Montag, Januar 15, 2007

Was alles geschah

Sage und schreibe 45 Tage sind vergangen bis mich meine Scham aufgrund der enttäuschenden Einträge, die ich nun schon gar nicht mehr erhalte, da vermutlich jegliche Kommunikationspartner aufgegeben haben, nach Neuigkeiten, die sie zu finden suchten, Ausschau zu halten, wieder einmal an die Tastatur trieb, um ein kleines Wort, vielleicht auch ein paar mehr zu hinterlassen. Und das tue ich nun hiermit.
Ersteinmal heisse ich Euch willkommen und wünsche allen eine frohes wortreiches neues Jahr. Nocheinmal zur Erinnerung für alle, die es vielleicht schon vergessen haben sollte: Ich halte mich derzeit in Strasbourg auf, kämpfe tagtäglich mit den französischen Lebensgewohnheiten und der französischen Eigenart arrogant und gleichzeitig griessgrämig zu sein, aber dennoch ich liebe sie, allein schon aufgrund ihrer 1000 verschiedenen Käsesorten, ihrer unmöglichen Strassenverkehrsführung, ihrer exakten Unorganisiertheit und noch vielem mehr.
Zwischenzeitlich genoss ich die 10Tage berliner freundlichkeit, die breiten Strassen Berlins und die Möglichkeit mich dort frei bewegen zu können ohne vorne und hinten einen Franzosen samt Schweissgeruch an mir kleben zu haben, so wie es gewöhnlicher Weise in den Metros Paris vonstatten geht. Ihr seht im Ausland, lernt man seine Heimat mal wieder richtig schätzen, selbst die sonst so gehassten Berliner bürgerkriegsähnlichen Zustände am 31. Dezember, haben mir dieses Jahr gefehlt, denn es ist schon merkwürdig, wenn man am 01. Januar durch die Strassen läuft und sich fragt, ob das neue jahr jetzt schon begonnen hat oder ob der Jahreswechsel erst noch stattfinden wird.
Jedoch: ich hab es trotzdem gern dieses Land und auch das neue Jahr hat supisupiklassedolldoll, aber auch supi begonnen. Dank unserer kleinen Reisegruppe, den Gastgebern Grenobles (Philli, Sere und Pierre), der Sonne, die uns am 31. 12. im T- Shirt die Bastille besteigen liess, den zahlreichen McDo's, die uns ihre kulinarische Kost zur Verfügung stellte, so dass das Jahr 2007
kein Fast- Food mehr braucht, und der süssen kleinen Prozessionsspinner, die uns den Weg wiesen und uns gleich am Anfang des neuen Jahres neue Fragen mit auf den Weg gaben, kann dieses neue Jahr nur mit schönen Momenten glänzen und auch die weniger duften werden mit Würde ertragen. Das ist sicher.
Deswegen auch Neuigkeiten: Eine neue Popband wird das Licht dieser Welt erblicken. Jule, Flo, Torsten und ich haben sich bereit erklärt, die Nachfolge ABBAs anzutreten. Wer welche Tätigkeit im Rahmen dieser Neubildung übernehmen wird, ist noch nicht eindeutig geklärt. Jedoch wurde der Privatfotograf Sebastian schon für eine Zwei- Jahres- Vertrag engagiert und die Coverphotos fürs erste Album sind auch schon geschossen. Gibt es weitere Interessenten, die sich bereit erklären würden mit uns zu arbeiten, wir wären dem nicht abgeneigt...posieren können wir schon.
Schlussletztendlich ist dem noch eins hinzuzufügen...Willkommen im neuen Jahr und seid bereit...denn die Fortsetzung kommt sicher bald.

Freitag, Dezember 01, 2006

Noch mehr für die Nörgler unter Euch

Hier nun ein kleiner Eindruck vom Elsass und seiner Umgebung.
Ganz in der Nähe von Strasbourg verläuft die Route du Vin. Dies ist eine Strecke durch das Weinanbaugebiet nahe der Vogesen. Man passiert viele kleine alte Dörfer, die sich durch viele niedliche bunte Fachwerkhäuser hervortun. Zwischendurch fährt man an etlichen Winzerheimen vorbei bei denen man klingeln kann, Wein kostet und aus Höflichkeit auch meistens ein oder zwei Flaschen kauft. Meistens erfährt man durch ein nettes Gespräh mit dem Winzer mehr über die Art des Weinanbaus, der Trauben, aber auch über den eigentlichen Beruf dieser Leute, die meist den Weinanbau nur nebenbei betreiben, weil dies ein héritage der Famille ist.
Diese Weinroute war uns am 1. November einen Tagesausflug wert. Alex (erster von links) stellte uns seinen VW- Bus zur Verfügung und so machten wir uns an einem herrlichen, aber doch sehr kalten Tag auf, den Wein des Elsass zu entdecken. Der erste Winzer war ein sehr netter Herr in den 40gern mit dem wir uns eine ganze unterhielten (auch auf elsässisch) und ihm auch etliche Flaschen Wein abkauften. Dann ging es weiter...als Mittagspause ein kleiner Genuss elsässischer Spezialitäten in einem sehr kleinen gemütlichen Restaurants namens McDonalds...leider waren die richtigen Restos alle geschlossen, schliesslich feierte man ja die Allerheiligen, oder einfach ziemlich teuer...weiter gings...nachdem unsere Gruppe Zeuge eines ziemlich lustigen Autounfalls wurde (keine Angst...keiner wurde verletzt...nur ein kleiner Blechschaden...und wir waren auch nicht wirklich beteiligt, sondern nur zeugen...), probierten wir einen weiteren Weinkeller aus...diesmal bediente uns eine Dame, die scheinbar, trotz der Aschenbecher auf ihrer Nase, vollständig blind zu sein schien, da sie ständig in noch halbvolle Gläser neuen anderen Wein dazukippte und auch sonst nicht sehr geschickt und auch nicht sehr gesprächig war. Aber auch in diesem Falle belohnten wir die Geduld der Dame mit dem Kauf der einen oder anderen Flasche und fuhren weiter...unterwegs erfreuten wir uns an der schönen Landschaft und des guten Wetters und belebten unsere Herzen mit einem heissen Kakoa und einem leckeren Stück Kuchen.
Gut durchgefroren kehrten wir am Abend zurück nach Strasbourg und können nun nochimmer von unseren Errungenschaften dieses Tages profitieren.

Ein Monat ohne Blognachrichten- wo gibts das denn?

Na bei wem wohl...mir, der fainéante...gibt es irgendwo in dieser Welt jemanden, der mir diese Faulheit auszutreiben vermag? Und jetzt nutze ich die Zeit, in der mein liebster Mitbewohner aller Zeiten (das, weil ich bis jetzt so viele Mitbewohner hatte;0) hier zu Besuch ist und erst mal eine Mütze Schlaf zu sich nehmen muss, da er sonst heute nicht in der Lage sein wird sich ins strasbourger Nachtleben zu stürzen...ce n'est pas facile cette vie.
So, was ist in diesem einen Monat hier alles so geschehen?
Ich habe die Vorzüge der französischen Preise, was Konzerte, Theater und Oper betrifft in vollsten Zügen ausgeschöpft. Es gibt hier eine sogenannte Carte Culture, die es mir erlaubt anstelle von 25Euro fürs Theater oder ein Ballett nur 5,50Euro zu bezahlen. So habe ich mir "Le Suicide" von einem russischen Autor zu Gemüte geführt, was sich wirklich sehr gelohnt hat und ich auch in der Lage war alles im grossen und ganzen gut zu verstehen. Doch musste ich leider auch feststellen, dass ich scheinbar immer noch viel zu oft aufs Lippenlesen angewiesen bin, denn auf eine gewisse Entfernung sagen wir zum Beispiel und dort ist es auch am schlimmsten am Telefon, versteh ich manchmal nur "Tuten und Blasen". Erst letztens versagte für kurze unsere internetverbindung, so dass ich gezwungen wurde, bei der technischen Abteilung des Telefonanbieters anzurufen. Mit einem ständigen "Ähm...comment, je n'ai pas bien compris là...il faut taper où? Vous pouvez repeter?" etc. schaffte ich es dann irgendwie der Dame am anderen Ende zu erklären, das doch bitte demnächst ein Techniker bei uns vorbeischauen sollte. Glücklicherweise, hatte das Internet dann erbarmen mit uns und setzte sich von selbst wieder in gang, so dass mir ein weiterer Anruf erspart blieb. Ich kann immer nur wieder Julia und Philli zustimmen, wenn es darum geht, dass die Franzacken ein komisches Völkchen sind.
Eine Sache, die mir noch aufgefallen ist...sie können nicht Auto fahren, nicht nur ihre Einparkkünste sind umwerfend, nein auch das Beachten von Fussgängerüberwegen oder der Fahrradfahrer beim rechts abbiegen liegt ihnen sehr und ich bin echt am überlegen, ob man sich nicht doch einen Helm aufsetzen sollte...hinsichtlich beider Tätigkeiten...Laufen oder Fahrrad fahren...aus Erzählungen eines norwegischen Freundes habe ich erfahren, dass man in Norwegen immer anhält, auch wenn der Fussgänger mal nicht an nem Zebrastreifen steht. Hier nun, wäre er dieser Gewohnheit nun schon fast mehrere Male zum Opfer gefallen, wenn die Franzosen nicht wenigstens Bremsen könnten. Man könnte meinen, das in diesem Falle doch einmal interkulturelle Kommunikation weiterhelfen würde.

Dienstag, Oktober 31, 2006

C'est Strasbourg

Hier nun ein erstes Bild aus Strasbourg auf meiner Seite. Hat damit etwas auf sich warten lassen, da ich leider noch nicht in dem Besitz einer Digitalkamera bin, doch das wird hoffentlich bald der Weihnachtsmann ändern, dann noch mehr und noch viel schöner. Ein Glück kann man bei DM im good old Germany für une "bonne" marché Fotos inklusive CD entwickeln lassen. Soweit sind die Franzacken nämlich noch nicht...oder zumindest nicht für einen so guten Preis. Aber die sind ja sowieso oft noch hinter dem Berg. Ich altes Lästermaul. Geniesst also den ersten Eindruck, obwohl das noch längst noch nicht alles ist.

Montag, Oktober 30, 2006

Réviser en francais- ce n'est pas évident

Diese Woche stehen nun also 4 kleine Kurzkontrollen auf dem Wochenplan und für die wollte ich mich doch tatsächlich mal vorbereiten, da mir das ständige "Schultern hochgeziehe"- als Antwort auf eine mir gestellte Frage Aggressionen bereitet...doch die Möglichkeiten diese Pläne in Taten umzusetzen bereiteten mir noch mehr innerliche Wutanfälle. Es existieren hier von den Profs eigenhändig geschriebene Polycopies, die man aber nicht verstehen kann, da es keine Zusammenhänge zwischen den einzelnen Anschnitten zu erkennen gibt und ausserdem ist alles nur SCHWARZ- WEISS. Diese Tristesse in den Polycopies lässt sich zudem leider auch in den hiesigen Medizinbüchern wiederfinden, so dass die Möglichkeit sich vorzubereiten nicht viel Auswahl lässt und ich demzufolge meistens schon nach 3 Seiten die Flinte ins Korn schmeisse. Man sollte doch also nicht behaupten, dass das Erasmusleben nur aus Freizeit besteht, weil man es so wollte. Meine Erkenntnis: Das Erasmusleben besteht nur aus Freizeit, da einen die Weiterbildungsmöglichkeiten in diesem Land keine andere Wahl lassen. Ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals sage: aber wie gut, dass es in Deutschland noch Bücher mit Inhalt gibt.

Samstag, Oktober 28, 2006

Tottes Text

Der liebe Torsten möchte auch mal auf der Seite erwähnt werden....ihm ergeht es gut in Paris....doch leider hat er gerade Schwiedrigkeiten mit der SNCF- Seite...diese Franzacken...dies ein kurzer Text..aber dem Herrn Ebeling muss auch mal Beachtung geschenkt werden...dicker Kuss...

Die wunderbare Welt der Skype- Utilisation

Gestern war mal wieder einer der Abende an denen ich vor lauter Müdigkeit nur noch einmal schnell meinen Briefkasten der Emails leeren wollte und wenn traf ich da im Netz? Philinchen, TheoTiger und Berit...als bald wurde eine Konferenz der Sofortnachrichten geschaltet und ein lustiges Hin- und Hergetippe begann. Sofort war meine Müdigkeit wie weg geblasen und Geschichten, Klatsch und Tratsch wurden über Drei- Länder- verschickt. Ein Glück kennt das Netz keine Grenzen und jedem von Euch, der sich noch nicht über Skype mitteilen kann, rate ich: Los auf...schnell runterladen und installieren...man kann so sehr kommunikative Abende verbringen und fühlt sich nicht so allein daheim, wenn man mal keine Lust auf "Erasmus"abende und Gehirnzellen- wegschiessen hat.

Freitag, Oktober 20, 2006

Die Komplikationen der Internetinstallation- oder warum so lange nichts von mir zu hören war

Die Zeit vergeht hier wie im Fluge und sehr schnell sind 20 Tage ins Land gezogen, in denen ich es nicht geschafft habe neue Eindrücke von dem Strasbourger Leben(ich will nicht sagen...französisches Leben...da hier eine deutsch- spanische Epedemie ausgebrochen ist) zu hinterlassen und damit vielleicht mehr oder weniger Eure Gemüter zu erfreuen.
Das dies so gekommen ist, liegt unter anderem daran, dass die französische Internet- Installations- Firma NEUF zwar mit sehr reizvollen Angeboten lockt, d.h. telefonieren aufs französische sowie europäische Ausland kostenlos, stundenlanges Internetsurfing im Modus haut débit und 60 verschiedene Fernsehsender (also francais in allen möglichen Dialekten, denn ja man glaubt es kaum, aber es gibt sogar einen France Alsace, wo der wundervolle Dialekt Alsäsisch zu sehen und zu hören ist) für insgesamt sage und schreibe nur 29, 90 Euro, jedoch dauert die Lieferung der Box sowie die Freischaltung der Linie um so länger (Philli kann darüber noch bessere Geschichten erzählen). Jedensfalls sollte die Benutzung ab jetzt kein Problem mehr darstellen, bis meine Mitbewohnerinnen und ich feststellten, dass man für eine WLAN- Nutzung noch eine Karte braucht, die dann auch wieder 25 Euros kosten wird, diese aber sehr nützlich ist, wenn man keine Lust hat sich um das einzige verfügbare Internetkabel zu streiten. Der Erwerb dieser besagten Karte stellt nun aber wieder ein Problem für das Betriebssystem von der unglaublichen Firma NEUF dar, bei denen wir scheinbar noch nicht wirklich registriert sind. Die Dame am Telefon, bei der ich diese Karte nun bestellen wollte, reagierte etwas genervt als sie bemerkte, dass es sich bei mir um eine mit- unverständlichem- Akzent-sprechende Mademoiselle handelt, die zudem noch wenig Ahnung von Technik besitzt. So wurde ich dann schnell mit dem Satz: "Versuchen Sie es in 10 Tagen nochmal" abgefertigt. Wahrscheinlich war die Dame der Hoffnung, dass sich meine französischen Technikkenntnisse innerhalb dieser Tage um 200% verbessern würden, was aber, ich verspreche es, nicht der Fall sein wird. Schlussletztendlich bin ich erstmal froh, dass es jetzt überhaupt möglich ist, im WorlWideWeb zu surfen und das von meinem Wohnzimmer aus und dann nehme ich auch die blauen Flecken in Kauf, die mir meine Mitbewohnerinnen beim Kampf ums Kabel zufügen werden. Zum Glück kenn ich gut genug die Stelle am Schienbein, an der es am meisten wehtut...fragt Sepp, der kann es Euch bestätigen...;0)

Samstag, September 30, 2006

Das lange Warten hat ein Ende

Nein, ich bin nicht verschollen...nur etwas mit Besuch "überlastet"...was jetzt nicht heissen soll, dass die, die diese Ansprache jetzt betrifft, nicht gern gesehen waren, aber eine gewisse Zuwendung benötigt man doch und die Zeit zum Interneten ist knapp bemessen. Ich hoffe dennoch, das fleissig an mich gedacht wurde und dass die NEUF- Box, diese mir erlauben wird, unendlich lange zu telefonieren, zu surfen und nebenbei noch auf 5 Sprachen gleichzeitig TV zu schauen, und das ganze für 10Euro im Monat, bald installiert ist und somit jegliche Kritik an meiner Schreibpause für immer zum Schweigen gebracht wird.
Grad weilt mein Schwesterchen bei mir, wir haben uns den Bauch im " LeBrasseur" vollgeschlagen mit diversen Variationen der elsässischen Spezialität Flammkuchen, ein wenig Bier erweitert meinen intellektuellen Horizont und ich versuche, das wichtigste der letzten 14 Tage zusammenzufassen.
In meiner WG sind wir seit letztem Samstag endlich zu dritt. Gretha (eine sehr quirlige Hannoveranin oder wie man zu diesen Bewohnern Deutschlands auch immer sagen möchte), Silvia (süsse Spanierin aus Madrid) und ich teilen uns jetzt unser super 100m² Appartment im Strasbourger Marzahn, was aber nicht annähernd dem Bild entspricht, wie man es nun erwartet. Man ist wirklich sehr schnell im Zentrum und auch gehört dieser Stadtteil ehre noch zu den besseren. Wir sprechen Spanisch (na gut, ich gebe zu...ich höre Spanisch), Deutsch und ja, doch ab und an auch mal französisch. Es wird Zeit, dass die Uni anfängt und man neben der Erasmusbevölkerung auch mal echte Franzosen kennenlernt, um meine Sprachkenntnisse, die seit ich hier bin immer grottiger werden, wieder aufzubessern. Nächste Woche geht es dann los und die Vorstellung, dann immer um 7hoo aus dem Bett zu kriechen, lässt mich jetzt schon müde werden, zumal die fêtes nebenbei ja nicht weniger werden.
Ich hoffe, ich habe erstmal wieder etwas Licht ins Dunkeln bringen können und gelobe Besserung sobald mein Internetanschluss auch in meine Wohnung einen Weg gefunden hat. Jetzt zahl ich grad 2 Euro die Stunde und mein Hab und Gut muss für die nächste Miete gespart werden, also wars das schon wieder. Pardonnez- moi...Gros Bisous